Tesla-Software-Chef gibt vor Gericht zu: Selbstfahr-Video war ein Fake



Teslas Assistenz- und Selbstfahr-Funktionen sorgen immer wieder für Aufregung, Kritiker werfen dem Unternehmen vor, zu viel zu versprechen. Nun sorgt die Aussage des Autopilot-Chefs für Aufsehen, denn dieser gab zu, dass ein Video gestellt war. Aber die Sache ist nicht so einfach.

Der Elektroautobauer Tesla landet immer wieder in den Schlagzeilen, weil es zu Unfällen kommt, bei denen der Autopilot-Assistent oder auch die Full-Self-Driving-Funktionalität eine Rolle gespielt haben. Das Unternehmen und sein Chef Elon Musk werben schon lange aggressiv mit diesen Funktionen, die (teils unerfüllten) Versprechen des Tesla-CEOs sind auch längst berühmt-berüchtigt.

2016 veröffentlichte Tesla zu seiner Selbstfahr-Funktion ein Video, das zeigt, wozu die Fahrzeuge in der Lage sind oder sein werden. So ist u. a. zu sehen, dass das Auto an einer roten Ampel anhält und auch bei Grün beschleunigt. Gleich zu Beginn wird der Hinweis eingeblendet, dass sich ein Fahrer zwar hinter dem Lenkrad befinde, dies aber nur rechtliche Gründe hat. Auf dieses Video hat auch Elon Musk immer wieder verwiesen und gemeint, dass dieses beweise, dass sich ein „Tesla selbst fährt“.

Doch nun berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, dass Ashok Elluswamy, Director of Autopilot Software bei Tesla, vor Gericht zugegeben habe, dass dieses Video teilweise gestellt war und sich das Model X nicht vollständig selbst gefahren habe. Diese Aussage wurde bereits im vergangenen Juli getätigt, und zwar in einem Prozess gegen Tesla wegen eines tödlichen Unfalls im Jahr 2018.

Video von 2016, das die Selbstfahr-Funktion von Tesla demonstriert

„Demonstration der Fähigkeiten des Systems“

Elluswamy sagte dabei aus, das Autopilot-Team von Tesla habe auf Wunsch von Musk eine „Demonstration der Fähigkeiten des Systems“ entwickelt und aufgenommen. Laut dem Autopilot-Entwickler habe Tesla für das Video aber 3D-Daten auf einer vorher festgelegten Route verwendet. Bei Tests für das Video (vor der später zu sehenden Aufnahme) haben Fahrer immer wieder das Steuer übernommen.

Laut Elluswamy sei es beim Versuch, zu zeigen, dass das Model X auch ohne Fahrer einparken kann, zu einer Kollision des Fahrzeugs mit einem Zaun gekommen. „Die Absicht des Videos war nicht, genau darzustellen, was 2016 für die Kunden verfügbar war. Es sollte zeigen, was in das System eingebaut werden konnte“, sagte Elluswamy aus.

Elon Musk schrieb zum Video allerdings auch Folgendes auf Twitter: „Der Tesla fährt selbständig (ganz ohne menschliches Zutun) durch die Stadt, über die Autobahn und auf die Straße und findet dann einen Parkplatz.“ Laut Elluswamy ist das also ein „Kann“ und nicht „Ist“ gewesen, denn er wurde vor Gericht gefragt, ob das Video die Leistung des Autopilot-Systems zeige, das 2016 in einem Serienfahrzeug verfügbar war: „Nein, das tut es nicht“, war seine Antwort.

War das bewusste Irreführung?

Allerdings weist Electrek darauf hin, dass die Aussagen von Elluswamy nicht unbedingt neu sind und seit 2017 bekannt sei, dass das Video in Teilen inszeniert war bzw. nicht einfach so aufgenommen wurde. Das an sich immer wieder Tesla-kritische Blog meint, dass eine bewusste Irreführung nicht beweisbar sei und das Auto sich tatsächlich ohne Unterbrechung selbst fahre. Dazu komme, dass Full Self-Driving – wie 2016 versprochen – mittlerweile in der Lage ist, diese Strecke selbst zu fahren und das ohne Tricks.

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